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Unsere „normale“ Realität kann man sich vorstellen als
einen abgeschlossenen Raum mit festen Grenzen. Es gibt zwar Fenster und Türen,
aber die sind zu. Die Jalousien sind heruntergelassen, damit wir nicht sehen,
was es außerhalb unseres begrenzten Raumes gibt. Denn dort gibt es etwas. Wir
wissen nicht, was es ist und eigentlich wollen wir es auch garnicht wissen.
Aber ab und zu geschieht
es, daß sich die Tür einen wenig öffnet, Licht schimmert durch diesen Spalt in
unsere „Dunkelkammer“ hinein. Dies kann geschehen durch ein besonderes Ereignis
oder auch nur durch einige Sätze, die wir irgendwo aufschnappen.
Der erste Impuls ist, die
Tür schnell wieder zu schließen, sie fest zu verriegeln. Was da durch die Tür
hereinschimmert ist zwar wunderschön und verlockend, doch es macht auch Angst.
Es ist die Angst vor dem Unbekannten, aber auch die Angst vor dem Verlust der
vertrauten Grenzen. Und es ist die Angst vor dem Licht in uns, das durch diesen
Schimmer von außen geweckt werden könnte. Es ist also ein verständlicher Impuls,
die Tür schnell wieder zu schließen, sie mit Schlössern fest zu verriegeln, sie
vielleicht sogar mit Brettern zu vernageln, damit sie nicht so leicht wieder
geöffnet werden kann. Es passiert immer wieder, daß sich ein Spalt auftut in
unseren Mauern, denn unsere Seele sehnt sich nach diesem Licht.
Deshalb kommt es vor, daß
Menschen dem ersten Impuls, die Tür wieder zu schließen, nicht folgen. Mehr
noch: Sie gehen näher heran an den Spalt. Sie riskieren einen Blick hinaus ins
beängstigende, aber auch verlockende Licht. Immer noch haben sie die
Möglichkeit, die Tür wieder zu schließen. Und sie haben die Möglichkeit, die Tür
Stück für Stück weiter zu öffnen, Schritt für Schritt hindurchzugehen, die
Schwelle zu übertreten und das Licht in ihr Leben zu lassen. Das bedeutet nicht,
den vertrauten Raum, die „normale“ Realität, für immer zu verlassen. Wir leben
weiterhin darin, aber nun macht uns das Licht keine Angst mehr. Wir öffnen die
Jalousien, lassen die Tür offenstehen, um das Licht in unsere Realität
hineinscheinen, sie davon durchdringen und mit Lebensfreude erfüllen zu lassen.
Ich lebe schon mit diesem
Licht, im Bewußtsein dieses Lichtes. Und ich sehe meine Aufgabe darin, für
andere Menschen die Tür einen kleinen Spalt zu öffnen, sie Schritt für Schritt
an die Tür heranzuführen, über die Schwelle hinweg. Ich will helfen, die
Jalousien hochzuziehen und zu lernen, im Licht zu leben. Vor allem will ich
denen, die sich auf den Weg machen, die Angst nehmen, sowohl vor dem Licht, das
von außen hereinscheint in ihr Leben, als auch vor ihrem Inneren Licht. Es gibt
keinen Grund, Angst vor diesem Licht zu haben, denn wo Licht ist, muß die
Finsternis weichen und Freude wird unser Leben erfüllen!
Bleibt noch die Frage: Wer
oder was ist dieses Licht?
Diese Frage darf jeder
Mensch, der es Stück für Stück in sein Leben hineinläßt, selbst beantworten. Für
mich persönlich symbolisiert dieses Licht die göttliche Liebe und das
Bewußtsein, daß es eine Welt hinter der Welt, eine andere Realität jenseits der
uns bekannten „normalen“ Realität gibt. Meine Welt ist dadurch größer geworden,
die Realität hat sich für mich erweitert, mein Leben ist glücklicher, heller und
vor allem bunter geworden!
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